DAS GRÖSSTE VERÄNDERUNGSPOTENTIAL MIT DEN MEISTEN CHANCEN BIETET DIE DIGITALE VERNETZUNG (PACS)
Zunächst sehen Meinungsbildner in der Radiologie im PACS die Gefahr, die Definition des wohlbehüteten radiologischen (röntgengeprägten) Berufsbildes zu verlassen, indem anderen Fachgebieten der Zugang zur Bildinterpretation und vor allem zum Bildmanagement ermöglicht wird. Teufelszeug nannte ein Verbandsvorsitzender diese Möglichkeiten. Andere Chefärzte radiologischer Abteilungen verhindern die digitale Vernetzung ihrer Abteilung mit wichtigen klinischen Abteilungen. Sie nennen die digitale Vernetzung ihrer radiologischen Modalitäten PACS, tatsächlich reden sie über PAS. Sie sind streng darauf bedacht, bei radiologischen Besprechungen unter Einsatz von Bildschirmen, die sie selbst bedienen, und Beamer ihren klinischen Kollegen die klassischen exklusiven Bildinterpretationen aus der Röntgenvergangenheit weiterhin zu präsentieren.
Natürlich bietet die digitale Vernetzung der radiologischen Modalitäten den Vorteil der Verbesserung der Produktivität innerhalb der Abteilung mit der Möglichkeit, die Kosten der radiologischen Abteilung um bis zu 25% zu senken (siehe Tabelle 1). Dies entspricht etwa einer Senkung der Gesamtkosten eines Hauses von 0,7%. Auch liegt in der Digitalisierung der radiologischen Abteilung ein Potential für die Senkung der direkten Kosten, vor allem der Dokumentationskosten, in Höhe von 10% der Kosten der radiologischen Abteilung, entsprechend 0,3% der Krankenhausgesamtkosten (siehe Tabelle 1). Im Vergleich dazu ist der Kostensenkungsbeitrag durch die Vernetzung des radiologischen Archivs mit den beauftragenden klinischen Abteilungen etwa 15 Mal so groß (siehe Tabelle 1). Erst durch diese Kommunikation wird das PAS zum PACS und das Tätigkeitsfeld des Radiologen um eine viel stärkere konsultative und klinische Komponente erweitert. Erst die Teleradiologie bietet die Möglichkeit des Exports von radiologischem Know How an jeden Ort, wo dies benötigt wird.
Natürlich gehört die Vernetzung mit anderen Kliniken, Praxen und Partnern dazu. Dabei entstehen konkurrierende Netzwerke mit definierten Grenzen (dazugehören oder nicht dazugehören). Wir bezweifeln deren Bestand, da letztlich die Kommunikation grenzenlos ist und im Sinne einer Vermeidung von Doppeluntersuchungen aus Sicht des Patienten auch sein muss.
Für die Radiologie geht es doch darum, dass Zentralarchive bei weiterführender Behandlung einen informatorischen Zugang für den weiterbehandelnden Arzt haben müssen. Ein Problem liegt bei den Langzeitarchiven und deren Vernetzung. Erfahrungsgemäß stellt die Einrichtung von Langzeitarchiven ein Hauptproblem dar, ein anderes die Verfügbarkeit von schnellen Datenübertragungsleitungen. Die Archivierung über Zeiträume von 10 Jahren birgt sicher das Risiko eines Medienwechsels in sich. Langzeitarchive benötigen ein Systemmanagement. Der Medienwechsel ist nicht unproblematisch und manchmal auch mit einem System- bzw. Technologiewechsel verbunden. Das ist auf keinen Fall billig!
Neuere Erfahrungen zeigen, dass es in den meisten Fällen wirtschaftlich wie technologisch wie organisatorisch nicht sinnvoll ist, sich ein eigenes Langzeitarchiv zuzulegen, stattdessen ist es aus den o.g. Gründen wirtschaftlicher, die Möglichkeiten eines Großarchivars wie z.B. der Telekom zu nutzen, die auch gleichzeitig über schnelle Datenleitungen verfügt. Erst durch derartige Professionalisierungen der Langzeitarchivierung ist auch die Überwindung von Netzwerkgrenzen möglich und damit der gewollte freie Datenaustausch.
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